Eine Landschaft aus Gefühlen
Ausstellung „Heartbeat“ auf dem Schultenhof
Sonntag, 11. Nov.
2018 - 15:30 Uhr
von Dietlind
Ellerich
„Heartbeat“ heißt die
Ausstellung, in der Marion Große-Wöstmann auf Einladung des Fördervereins
Mettinger Schultenhof 20 Bilder zeigt.
Marion Große-Wöstmann steht mit Bernhard Kötter vom
Förderverein Mettinger Schultenhof vor einem ihrer Gemälde. Mit ihren Bildern
unter dem Ausstellungstitel „Heartbeat“ gewährt die Künstlerin sehr persönliche
Einblicke in ihr Privatleben.
Foto:
Karl Dorenkamp
METTINGEN. Strand und
Meer, Berg und Burg, Felder, Seen und Himmel, die Bilder im Kunstspeicher zeigen
Landschaften. Was allerdings für den Betrachter auf den ersten Blick eindeutig
erscheint, sieht Marion Große-Wöstmann differenzierter. „Im Grunde geht es gar
nicht um Landschaften, sondern um die Ebene dahinter“, beschreibt die Malerin
aus Münster ihre Werke.
Aus ihren Gefühlen und Gedanken entwickelten sich die
Landschaften, die dem Betrachter vor diesem Hintergrund jede Menge
Interpretationsspielraum ließen, fährt Große-Wöstmann fort.
„Heartbeat“ heißt die Ausstellung, in der
sie auf Einladung des Fördervereins Mettinger Schultenhof 20 Bilder zeigt.
Während der Vernissage am Freitagabend gibt die Künstlerin, die ihr Studium der
Freien Malerei Ende der 1990er-Jahre mit dem Akademiebrief der Kunstakademie
Münster abgeschlossen hat, einen sehr persönlichen Einblick in ihr Schaffen.
So erinnert sie mit ihrem Bild „Mutter mit Kind“, das
im Erdgeschoss des Speichers seinen Platz gefunden hat, an die neue, offene
Beziehung, die mit der Geburt ihres ersten Kindes begann. „Wie ein
unbeschriebenes Blatt“ empfindet sie die Zukunft, in die sie mit dem Baby auf
dem Arm blickt. „Da steckt so viel drin, was aus dem tiefsten Inneren kommt“,
ist ihr bewusst, dass sie viel Privates preisgibt.
Auch die Trennung von ihrem Mann hat sie in einem Bild
verarbeitet. Das kräftige Rot aus sechs übereinanderliegenden Tönen vergleicht
die Malerin mit dem Rhythmus eines pulsierenden Blutstroms. „Das kann man nicht
groß beeinflussen, der Pulsschlag macht das, was er möchte“, erklärt
Große-Wöstmann das Phänomen der Kraft und Energie, auf die sie in der
schwierigen Situation setzen konnte und die in ihren Gemälden aus dieser Zeit
deutlich wird.

Vieles passiere während der Arbeit, hat sie beobachtet,
dass sich ein Bild oft aus einer intensiven Wahrnehmung entwickele. Was manchmal
ganz knallig, beinahe „crazy und fast zu viel“ herüberkomme, stehe in krassem
Gegensatz zu einer ruhigen augenscheinlichen Leere voller Feinheiten“, sagt sie
mit Blick auf die Entstehung eines ihrer Werke.
Die Farbintensität ihrer teils abstrakten, teils
gegenständlichen Bilder erreicht Marion Große-Wöstmann durch den Einsatz von
Neonfarben und selbst angemischten Pigmenten.
Die Hängung der 20 Bilder gemeinsam mit Bernhard Kötter
und Otto Nienhoff vom Förderverein Schultenhof hat Marion Große-Wöstmann als
einen sehr kreativen lebendigen Prozess empfunden. Zwei Tage mit vielen
Diskussionen habe es gedauert, bis das für sie ungewohnte Gesamtkonzept auf zwei
Ebenen stimmig gewesen sei.
Werke von Marion Große-Wöstmann
Landschaften als vorrangiges Thema
METTINGEN. Vom 9. bis zum 25. November zeigt der
Förderverein Mettinger Schultenhof im Kunstspeicher eine repräsentative
Auswahl von Bildern der Münsteraner Künstlerin Marion Große-Wöstmann. Die
Künstlerin hat ihre Ausbildung als Meisterschülerin von Professor
Hermann-Josef Kuhn an der Kunstakademie Münster abgeschlossen und ihre
Arbeiten in vielen Ausstellungen mit großem Erfolg präsentiert.
In den in
ihrem am Stadthafen Münster gelegenen Atelier entstandenen Werken sind
Landschaften ihr vorrangiges Thema. „Ausgangspunkte sind eigentlich immer
Naturerlebnisse, die ich selbst wahrnehme,“ verrät die Malerin. Sie
versucht, in diesen Erlebnissen Zusammenhänge in der Natur zu erkennen und
diese in ihren Zeichnungen zu spiegeln. Manchmal erlebt Große-Wöstmann ein
besonderes Ereignis in ihrer Umwelt, das sie festhalten möchte – häufig
sogar mit einem Foto – um es später dann wieder abzurufen und auf ihre
eigene Weise farblich in einem Kunstwerk umzusetzen. Auch ihre Emotionen
fließen in ihre Bilder ein.

Der Förderverein
Mettinger Schultenhof eröffnet die Ausstellung „Heartbeat“ am Freitag, 9.
November, um 20 Uhr im Kunstspeicher.
Die Öffnungszeiten im Kunstspeicher sind samstags und sonntags jeweils
von 15 bis 18 Uhr.