Jürgen Tarrach
verzaubert Publikum mit Chansons
Einen fabelhaften Chansonabend bereitete Schauspieler Jürgen Tarrach den
Besuchern am Sonntag im Mettinger Bürgerzentrum. Mit Klangvoll-berückender
Stimme faszinierte er sein Publikum von Anfang an und versprühte Pariser Flair.

Fotos: Karl Dorenkamp
Jürgen Tarrach verzauberte sein Publikum mit vielen
Chansons und brachte so Pariser Flair und französische Nonchalance ins
Bürgerzentrum.
METTINGEN. „Ich liebte es so sehr, mit
dem Kormoran fischen zu gehen“, sang der bekannte Schauspieler Jürgen Tarrach am
Sonntag vor 120 Besuchern – auf Französisch, versteht sich. Dabei war Tarrach
selbst der Fisch, den sich der Förderverein Mettinger Schultenhof für einen
fabelhaften Chansonabend ins Bürgerzentrum geangelt hatte.„Ich liebte es so sehr
Syracuse zu betrachten, um mich an Paris zu erinnern (Henri Salvador). Nicht nur
er erinnerte sich an glückliche Zeiten in dieser Stadt, das ganze Publikum
tauchte in die Atmosphäre von Paris ein, erst recht bei „Cinque Heures“, wenn
Paris am frühen Morgen erwacht und wenn selbst der Eiffelturm noch kalte Füße
hat. Mit Chansons von Jaques Dutronc, Yves Montand, Henri Salvador und anderen
vermittelte Tarrach dem hingerissenen Publikum neben dem Pariser Flair auch die
französische Nonchalance. Klangvoll-berückend war die Stimme des prominenten und
beliebten Schauspielers, und damit faszinierte er das Publikum von Anfang an.
Zusätzlich nahm seine spielerische
Leichtigkeit, mit der er heitere Titel wie „C’est si bon“ oder „Des je t’aimes“
vortrug, das Publikum mit ins französische „Savoir vivre“. Er verstand es aber
auch, die Ballade „Barbara“ über das Bombardement von Brest nach dem Text von
Jaques Prévert den Hörern nahe zu bringen und Verständnis für die Melancholie
von „Avec le Temps“ zu wecken. „Oft sind Melancholien die Triebfeder der
Lieder“, erläuterte Tarrach. „Und man lernt von den Franzosen, dass dies kein
trauriges, sondern ein sehr schönes Lebensgefühl ist“.
Auch ohne solche Erläuterungen vermochte
er durch das jeweilige Timbre seiner Stimme, die Stimmung der Chansons zu
verdeutlichen. Zusätzlich erleichterten kurze Einführungen und eigene
Übersetzungen das Verständnis für die vielseitigen Schwebungen. So konnten sich
die Zuschauer ohne Sprachprobleme auf den elegant-lässigen französischen
Sprachfluss und die Musik konzentrieren. Dabei rückte der versierte und
einfallsreiche Pianist Ingvo Clauder mit seiner flotten Begleitung die subtilen
Interpretationen des Chansonniers stets ins rechte Licht.
Ein amüsanter Höhepunkt war der
Stepptanz, den Tarrach – wegen eines unfallbedingten Handicaps – mit Schuhen an
den Händen auf einem Tisch vollführte. Kein Wunder, dass das Publikum nicht
genug bekommen konnte. Begeistert erklatschte es eine Zugabe nach der anderen.
Auch als endgültig Schluss war, verweilten die Besucher in der Stimmung mit
„Sonne im Kopf und Frühling im Herzen“.