Farbenfrohe Werke
im Kunstspeicher
Erika Sellmann Büsching stellt ihre Malerei
auf dem Schultenhof aus
METTINGEN. „Wenn ein Bild fertig ist, interessiert es mich nicht mehr“.
Erika Sellmann Büsching nimmt kein Blatt vor den Mund und gibt sich, obwohl oder
gerade, weil es um ihre Leidenschaft, ihre Kunst geht, kein bisschen eitel. Sie
habe keine Beziehung mehr zu den fertigen Bildern und freue sich, wenn sie sich
einfach hinsetzen und genießen könne, wie andere ihre Kunst hängen, fährt die
Westerkappelner Künstlerin fort.
Da ist sie bei Bernhard Kötter und Otto Nienhoff an der richtigen Adresse.
Die beiden Männer sind mittlerweile ein eingespieltes Team, was die Hängung von
Kunstwerken angeht und haben von Mal zu Mal mehr Spaß daran, wie sie freimütig
einräumen. Umso mehr, wenn eine so unkomplizierte Frau wie Sellmann Büsching mit
ihren Werken und ihrer Herzlichkeit zur Ausstellung bittet.
Auf Einladung des Fördervereins Mettinger Schultenhof sind nun vier Wochen
lang die farbenfrohen Werke der Westerkappelnerin im Kunstspeicher zu sehen.
Großes Gedränge und beste Stimmung herrschten dort am Freitagabend während
der Vernissage. Die Künstlerin ist in Mettingen keine Unbekannte, war schon mit
verschiedenen Projekten im Tüöttendorf ein gern gesehener Gast. Fast schon ein
Heimspiel also für die Frau aus der Nachbargemeinde, die sich auch als
Professorin an der Kunsthochschule Bielefeld einen Namen gemacht hat. „Ich gebe
Bildern ungern Titel, ich mag es gerne, wenn jeder sich eine Vorstellung machen
kann“, sagt sie während der Ausstellungseröffnung und fragt ihre Gäste auch ganz
direkt, was sie in ihren Bildern sehen. Was für die eine wie ein Hafen mit
Segelschiffen, Leuchtturm und blauem Himmel wirkt, ist für eine andere der Hafen
mit einem Gewitter im Anzug, für eine dritte die Skyline einer Stadt und für
eine weitere Besucherin eine Batterie Briefe, die nebeneinander liegen.
So mag es die Künstlerin, die, wie Bernhard Kötter vom Vorstand des
Fördervereins feststellt, den Betrachtern ihrer Kunst eine ganze Menge
überlässt. Sie freut sich diebisch über die Phantasie und Kreativität der
Menschen im Kunstspeicher und lobt die Atmosphäre der Räume in den höchsten
Tönen. Die Künstlerin und der Förderverein laden alle ein, sich mit den Bildern
zu beschäftigen, sich Anregungen zu holen und Erklärungen zu suchen.
Eigenbericht
METTINGEN.
Erika Sellmann-Büsching zeigt vom 21. August bis zum 20. September neue Arbeiten
im Kunstspeicher auf dem Schultenhof. Das teilt der Förderverein Schultenhof in
einer Presse-Information mit.
Die Westerkappelner Künstlerin, ehemalige Professorin an der Fachhochschule für
Kunst in Bielefeld, ist durch eine Vielzahl von nationalen und internationalen
Ausstellungen bekannt. In Mettingen präsentierte sie unter anderem Werke von
Malerinnen aus mehr als 50 Ländern.
Erika
Sellmann-Büsching entwirft in ihren Gemälden Themenkreise, die sich mit der Welt
und ihren Erscheinungsformen auseinandersetzen. In der Zuordnung von
unterschiedlichen Farben gibt sie ihren Kompositionen einen Hinweis auf
Ortsbestimmungen, die aber nicht einer konkreten Festlegung auf bestimmte Räume
unterworfen sind. So erhebt sich das Dargestellte in eine zeitlose Gegenwart,
die durch eine dem Bild innewohnende Farblichkeit ihren unverwechselbaren
Charakter erhält.
Eine
weitergehende optische Verdichtung der Bildaussagen führt zu Materialbildern,
die ihre verstärkte Wirkung durch eine reliefartige Hinzufügung von Materialien
oder Stoffen erfahren. Das wird deutlich in einem für den Kunstspeicher
entworfenen riesigen Wandpanorama.
Die
Eröffnung der Ausstellung ist Freitag, 21. August, um 20 Uhr. Die Künstlerin
wird dabei sein