Diskussion über die Nutzung des Schultenhofs
Im Jahr 2011 ist die Diskussion um die Nutzung des Schultenhofs neu entfacht worden. Am 17.11.2011 gab es dazu ein Werkstattgespräch.
Darüber hat die IVZ (Oliver Langemeyer) in der Ausgabe vom 19.11.2011 ausführlich berichtet:
Mettingen. Eine
Mischung aus Kultur und kommerzieller Nutzung wird für den Mettinger Schultenhof
gesucht. Außerdem soll das Ensemble zu einer Marke werden, die über eine
verstärkte Präsentation mehr Gäste von außerhalb in den Ort locken soll. Ohne
bauliche Maßnahmen am Haupthaus wird es aber nicht gehen.

So fasste Thomas Scholle vom Dortmunder Büro plan lokal die erarbeiteten Ziele
und Perspektiven zusammen. An die rund 60 Bürger gewandt, stellte er fest: „Sie
haben heute mehr über Synergien als über Konflikte gesprochen.“
Außerdem war nach dreieinhalb Stunden Planungswerkstatt klar: Den Mettingern
liegt ihr Schultenhof sehr am Herzen. Engagiert und mit viel Kreativität
erarbeiteten sie unter der Anleitung von vier Moderatoren des Planungsbüros
zahlreiche Vorschläge für künftige Nutzungen des Urhofes. So kamen schnell viele
Ideen auf den Zettel. Bürgermeister Helmut Kellinghaus war mit der Resonanz sehr
zufrieden.
Mit dem ersten Baustein eines neuen Nutzungskonzepts startet die Regionalverkehr
Münsterland GmbH (RVM) bereits im April nächsten Jahres. Sie will in der Scheune
eine Fahrrad-Verleihstation einrichten.
Nicht nur die Buspendler sollen die Möglichkeit haben, sich dort
Elektrofahrräder oder Spaßbikes zu leihen. Das Angebot sollen auch Touristen
nutzen können, erläuterte Werner Linnenbrink von der RVM. Dabei ist an eine
Zusammenarbeit mit dem Heimatverein gedacht.
Zum Zeitplan
Das Büro plan lokal wertet die Ideenfülle aus der
Planungswerkstatt zum Thema Schultenhof jetzt aus. Dann bekomme die Gemeinde
konkrete Empfehlungen für ein neues Nutzungskonzept, sagte Bürgermeister Helmut
Kellinghaus . „Dann müssen wir letztlich auch im Rat und in den Ausschüssen
sehen, was wir umsetzen können.“ Erstmals sind die Ergebnisse der
Planungswerkstatt in der Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch, 23. November,
Thema. Knackpunkt werde die Finanzierung sein, sagte Kellinghaus. Wie berichtet,
muss die Gemeinde 2012 nach jetzigem Stand in die Haushaltssicherung. Dann
entscheidet der Kreis Steinfurt über die Ausgaben. Kellinghaus: „Wir müssen
kreativ werden und nach Sponsoren suchen.“ Unbegrenzt Zeit haben Politik und
Verwaltung nicht. Moderator Thomas Scholle: „Wenn die RVM im April mit der
Fahrradstation startet, sollte man den Impuls nicht verpassen.
Vom Landesministerium habe er bereits
die Zusage, dass die Personalkosten für zwei Jahre gefördert werden. „Diese
Station könnte ein Außenbordmotor für die weitere Entwicklung sein“, sagte
Scholle. Bei den Bürgern stießen die Pläne auf Zustimmung.
Auch der Vorschlag von Anne Tenambergen, eine Art Shop-in-Shop-System für das
Haupthaus zu schaffen, fiel auf fruchtbaren Boden und wurde in den
Arbeitsgruppen mehrfach aufgegriffen. Denkbar ist, so die Idee, mehrere kleine
Shops einzurichten, die Produkte aus Mettingen und der Region anbieten.
Die Tendenz der Überlegungen ging dahin, das Angebot in Haupthaus und Scheune
vielseitig, im Idealfall für die ganze Familie, zu gestalten.
„Multifunktionalität“ notierten die Moderatoren als Stichwort. Auch für die
Jugend müsse der Schultenhof attraktiv sein. So kamen Kinovorstellungen und
Spielgeräte in die Diskussion.
Weitgehend einig waren sich die Bürger, dass eine Person oder eine Gruppe
gefunden werden müsse, die die Aktivitäten am Hof koordiniert. Bislang arbeite
jeder Verein dort für sich alleine, das müsse sich ändern. „Wir brauchen einen
Kümmerer“, fasste Scholle zusammen. Eine Person, die auf dem Schultenhof tätig
ist, sei ebenfalls für die Belebung des Haupthauses wichtig, hieß es. Dann mache
der Hof nicht immer den Eindruck, geschlossen zu sein.
Mehrfach sprachen sich Teilnehmer dafür aus, künftig das Dachgeschoss des
Haupthauses für Ausstellungen, die Mineraliensammlung und das Mettinger Modell
zu nutzen. Das mache das Erdgeschoss für Veranstaltungen und Verkaufsprojekte
flexibler. Dafür sind aber umfangreiche Umbaumaßnahmen notwendig. Das könnte am
fehlenden Geld scheitern.
Letztlich zeigten die Überlegungen in den vier Arbeitsgruppen immer wieder, dass
eine große Mehrheit eine Kombination aus der bewährten kulturellen Nutzung und
neuen kommerziellen Konzepten anstrebt. „Kultur und Kommerz“ standen am
häufigsten auf den Zetteln.
Mettingen. Wie soll künftig das Haupthaus des Schultenhofes genutzt werden? Darüber wird in Mettingen viel diskutiert. Zentrale Frage ist jetzt, wie Politik und Verwaltung mit den Ergebnissen aus dem Werkstattgespräch umgehen.
Durch das Werkstattgespräch ist der Mettinger Schultenhof wieder im Gespräch. Diese Diskussion gelte es, in Schwung zu halten, lautete der einhellige Tenor am Mittwochabend im Bauausschuss. Zentrale Frage ist jetzt, wie Politik und Verwaltung mit den Ergebnissen aus dem Werkstattgespräch zur künftigen Nutzung des Haupthauses umgehen, welche Schwerpunkte gesetzt werden. Das Büro planlokal, das die Planungswerkstatt geleitet hat, hat entsprechende Empfehlungen formuliert.
Das Büro schlägt eine Machbarkeitsstudie vor. Dabei soll
geprüft werden, welche baulichen Veränderungen möglich sind. Konkret geht es um
den Ausbau des Dachbodens. Dort könnten Mettinger Modell und Mineraliensammlung
einen neuen Platz finden. Im Erdgeschoss wäre dann genügend Raum beispielsweise
für ein Shop-in-Shop-System. Die Idee dahinter ist, dort kleine Shops mit
Produkten aus Mettingen und der Region einzurichten. Ferner sind Angebote für
Jugendliche wie Kinovorstellungen im Gespräch.
„Der
Ausbau des Dachbodens wird finanziell nicht machbar sein“, sagte Andreas Engel
(CDU). Dennoch beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, das durchzurechnen.
Danach könne man weitersehen. Zudem wollen Politik und Verwaltung das
Werkstattgespräch zum Thema Ortsmarketing am Donnerstag, 9. Februar, ab 18.30
Uhr abwarten. Dann werde auch über den Schultenhof gesprochen, kündigte
Bürgermeister Helmut Kellinghaus an. Alle Bürger sind eingeladen.
Weitgehend einig waren sich die Ausschussmitglieder, dass Modell und Mineraliensammlung aus dem Erdgeschoss weichen müssen. Auch wenn die Königslösung mit ausgebautem Dachboden zu teuer ist. „Wir müssen bald zu einer Lösung kommen“, sagte Thorsten Laske (SPD). „Ich habe keine Lust, dass darüber noch in ein paar Jahren diskutiert wird.“ Man müsse den Knoten durchschlagen und zügig weiterkommen, meinte Gertrud Lagemann. Sie schlug einen Arbeitskreis vor. Die Gruppe solle auf Grundlage der Impulse aus dem Werkstattgespräch und den finanziellen Vorgaben ein Konzept erarbeiten.
Einen Baustein zur Belebung des Schultenhofes gibt es bereits im April: Wie berichtet plant die Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) dort eine Fahrradstation. Dabei sollen nicht nur die Buspendler die Möglichkeit haben sich Elektrofahrräder oder Spaßbikes zu leihen. Das Angebot können auch Touristen nutzen. Im Hoinerstall ist in Verbindung mit dem dortigen Betreiber ein Büro geplant. Ein Mitarbeiter kümmert sich um die Kunden, die ein Elektrofahrrad – sogenannte Pedelecs – leihen möchten. Als Ergänzung plant die Gemeinde, die Vermietung von Fahrrädern und E-Bikes mithilfe des Heimatvereins auf dem Schultenhof deutlich auszuweiten. Die Räder stehen in der Scheune, erläuterte Bauamtsleiter Michael Krause-Hettlage im Ausschuss. „Diese Mobilitätsstation darf keine Insellösung werden“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses Reinhard Stermann (SPD). Zum Start der Station müsse die Gemeinde Radwegerouten und weiteres Material für Touristen bereithalten. Schließlich sollten nicht nur Buskunden Räder leihen. Die Gemeinde müsse den Impuls, der von der Station ausgehe, für den Schultenhof nutzen.