Seit nicht einmal vier Monaten ist der dritte Roman von Melanie Raabe auf
dem Markt und schon hat es der Thriller auf einige Bestseller-Listen
geschafft. Das war auch bei der vom Förderverein Mettinger Schultenhof
organisierten Lesung der Autorin zu merken.
METTINGEN. Soviel Lust auf mehr machte Melanie Raabe, dass am Ende die
Besucher, die auf den Geschmack gekommen waren, Schlange standen, um sich
ein Exemplar von der Autorin signieren zu lassen. Seit gerade einmal vier
Monaten ist ihr dritter Thriller „Der Schatten“ auf dem Buchmarkt und hat es
in einige Bestsellerlisten geschafft.
Das ist gut für Melanie Raabe, aber auch für den Förderverein Mettinger
Schultenhof, der das Risiko eingegangen war, die Autorin schon zu einem
Zeitpunkt für den vergangenen Freitag zu engagieren, als das Buch noch gar
nicht fertig war.
eter Hillenkamp, stellvertretender Vereinsvorsitzender, erinnert sich, vor
Jahren von Raabes erstem Thriller „Die Falle“ so gefesselt gewesen zu sein,
dass die Autorin fortan ganz oben auf seiner Wunschliste für das
Kulturprogramm des Vereins stand. „Ich freue mich, dass es geklappt hat“,
sagte Hillenkamp, als er die Autorin begrüßte, die auf ihrer Lesereise
zwischen Auftritten in Niedersachsen und Hessen im Tüöttendorf Station
machte.
Im stimmungsvoll dekorierten und illuminierten Haupthaus des Schultenhofes
gelang es der 37-Jährigen, die rund 100 Krimifans nicht nur mit einem
lebendigen Einblick in ihr Schaffen zu begeistern, sondern sie auch mit
teils vorgelesenen, teils locker erzählten Passagen aus „Der Schatten“
derart in den Bann zu ziehen, dass viele ihr jüngstes Werk oder auch dessen
Vorgänger am Büchertisch von Silke Meyers „Bücherwurm“ kauften und für eine
vorweihnachtliche Widmung anstanden.
„Am 11. Februar wirst du am Prater einen Mann namens Arthur Grimm töten. Aus
freien Stücken. Und mit gutem Grund.“ Auf dieser beängstigenden Prophezeiung
baut die Autorin ihren Roman auf. Mit dem Publikum tauchte sie am Freitag
tief in Handlung und Figuren ein, machte neugierig. Kaum jemand auf den
Stühlen hing nicht an ihren Lippen, wollte nicht wissen, wie der Roman
weiter-, respektive ausgeht. Ob Hauptfigur Norah Arthur Grimm töten wird
oder er sie, ob am Ende niemand sterben wird oder gar alle, verriet Melanie
Raabe selbstverständlich nicht. „Es gibt für alles eine gute Erklärung“,
wandte sie sich aber an diejenigen, die befürchten, die Handlung könne ins
Übersinnliche abdriften.
Raabe plauderte offen und charmant, aber – ganz Medienprofi – auch versiert
aus dem Leben einer Schriftstellerin. Zehn Jahre habe sie nach einem Verlag
für ihre Bücher gesucht, machte Melanie Raabe deutlich, dass es trotz vieler
guter Ideen, minutiöser Planung und Umsetzung lange gedauert habe, bis der
Erstling endlich im Laden lag.
Aufgeben kam für die frühere Journalistin nie in Frage. Dass sie auch mit
ihrem dritten Thriller vorne mitmischt, macht ihr Spaß. „Wenn ein Buch
fertig ist, freue ich mich, dass es geklappt hat und ich es in Mettingen
lesen darf“, schlug sie am Ende den Bogen zu Hillenkamps Freude über ihr
Gastspiel auf dem Schultenhof.
Vier Manuskripte, „die vielleicht nie das Licht der Welt erblicken“, hat
Raabe noch in der Schublade. Sie stammen aus der Zeit vor den großen
Erfolgen. Damit könne sie locker acht Jahre überbrücken, falls ihr mal
nichts mehr einfallen sollte, sagte sie schmunzelnd. Im Augenblick sieht es
nicht danach aus. Sie schreibt schon an ihrem nächsten Thriller. Auch ihren
Mettinger Krimifans wird der Lesestoff also nicht ausgehen.
Eigenbericht:
Als absolutes
Highlight im Jahresprogramm des Fördervereins Mettinger Schultenhof
konnte die junge Bestsellerautorin für einen Auftritt in Mettingen
gewonnen werden.
Melanie Raabe, die
Erfolgsautorin von "Die Falle", "Die Wahrheit" und "Der Schatten"
liest am Freitag, 23. November 2018, 20 Uhr im Schultenhof (Haupthaus)
aus ihrem dritten und neuesten Roman "Der Schatten", ein spannender
Thriller mit zahlreichen Wendungen und einer faszinierenden Sprache.
Die junge
Journalistin Norah ist gerade von Berlin nach Wien gezogen, als ihr
eine Bettlerin prophezeit: Am 11. Februar wirst du am Prater einen
Mann namens Arthur Grimm töten. Mit gutem Grund. Und aus freien
Stücken. Norah kennt keinen Mann mit diesem Namen, aber am 11. Februar
vor vielen Jahren hat sich eine Tragödie in ihrem Leben ereignet.
Norah ist verunsichert. Als dann tatsächlich Arthur Grimm in ihr Leben
tritt und sie recherchiert, kommt ihr ein furchtbarer Verdacht. Hängt
alles mit der Nacht von damals zusammen? Hat sie Grund sich an diesem
Mann zu rächen? Wird sie zur Mörderin?
Leseempfehlung für
Psychothriller-Liebhaber von Karola Krauße: „Wer es gerne etwas blutig
hat, wird von Der Schatten enttäuscht sein. Es gibt keine Tatorte,
Überfälle oder massenhaft Leichen. Hier wird die Psychologie
ausgepackt. Der Weg Norahs von einer scheinbar hingeworfenen
Behauptung bis hin zum Finale ist hier Thema. Die subtile
Beeinflussung, das Mysteriöse und der Zusammenhang mit der
Vergangenheit machen den Thrill aus. Wem es dann nichts ausmacht, es
mit einer unnahbaren Protagonistin zu tun zu haben, die sich teilweise
selbst im Weg steht, hat hier einen Thriller, den es zu lesen lohnt
und der so viel Anspruch hat, dass es keine leichte Lektüre für
zwischendurch ist.“