„Schöner kann ich mir ein Fest nicht vorstellen“, zog Barbara Brüning nach
drei Stunden hoch zufrieden Bilanz. Die Vorsitzende des Fördervereins
Mettinger Schultenhof und ihr Organisationsteam begrüßten mehr als 200
Besucher vom Säugling bis zum Senior am Sonntag.
„Irisches Konzert mit Picknick im Grünen“ hatte es auf der Einladung
geheißen, der so viele Menschen mit Picknickkörben und Decken gefolgt waren.
Nicht nur die angekündigte „Kilkenny Band“ aus Bohmte bei Osnabrück machte
Lust und Laune auf das Event. Auch der Sommer zeigte sich von seiner
allerbesten Seite, sodass alle Gäste ausreichend Raum zum Genießen von Musik
und Leckereien, zum Tanzen, zum Quatschen, zum Klatschen und, wenn auch eher
zaghaft, zum Mitsingen hatten.
Bestens aufgelegt war die Band um ihren Gründer Jascha Kemper. Die Musiker
hatten von der sanften melancholischen Ballade über den „Slip Jig“ im
Neun-Achtel-Takt bis zum a cappella vorgetragenen „Pump Shanty“ ein breit
gefächertes Repertoire mitgebracht. Neu im Ensemble und am Sonntag zum
ersten Mal mit der „Kilkenny Band“ auf der Bühne war Jonas Rölleke. Als
Vertretung für die hochschwangere Sängerin der Band überzeugte er nicht nur
gesanglich, sondern vor allem auf der Geige, die in den gefühlvollen
Balladen ebenso gut zum Tragen kam wie in den furiosen Titeln.
Ein gelungener Einstand für den Virtuosen, mit dem die Band schon seit
Jahren einmal gemeinsame Sache habe machen wollen, erklärte Jascha Kemper.
Der Bandgründer selbst verstand sich aufs Musizieren mit Banjo, Gitarre und
Bodhran, der irischen Rahmentrommel, sowie auf den Gesang. Mit am Start in
der „Kilkenny Band“, die seit elf Jahren in wechselnden Formationen auf Tour
ist, waren am Sonntag Stephan Niebler am Banjo und Dennis Fehlauer (Bass,
Gitarre und Gesang).
Allen gemein waren eine ungeheure Spielfreude und nicht nur ein
offensichtlich blendender Kontakt untereinander, sondern auch zum Publikum,
das sich auf den Wiesen zwischen Kunstspeicher, Scheune und Haupthaus des
Schultenhofs eingerichtet hatte und es sich in jeder Hinsicht gut gehen
ließ. Da gab es vom genüsslichen Speisen über das engagierte Klatschen und
Tanzen bis zum gemütlichen Zuhören und Sonnenbaden alle Variationen zu
beobachten.
Ein kleiner Wettstreit auf der Bühne, wer mehr und wer weniger Erfolg hatte,
brachte auch das Publikum in Laune und nicht zuletzt zum Einstimmen auf
Ansage, das am Ende immerhin so gut war, dass es von der Vereinsvorsitzenden
Brüning auch dafür ein Lob für Kemper und Co. gab.
Mit seiner Musik und jeder Menge irischem Lebensgefühl hatte das Quartett
sowieso das Publikum im Sturm erobert. Auch die Vier schienen sich bei ihrem
ersten Auftritt in Mettingen wohlzufühlen und ließen sich nach dem
dreistündigen Konzert nicht lange um Zugaben bitten. Parallel dazu packten
die Besucher auf Bitte des Fördervereins beim Aufräumen tatkräftig mit an,
sodass die grüne Wiese in Windeseile wieder in ihren ursprünglichen Zustand
versetzt war.
METTINGEN. Das irische Picknick findet bereits traditionell im Sommer auf dem
Rasen des Schultenhofgeländes in Mettingen, Burgstraße 9 statt. Bei
unbeständiger Witterung wird auf die Schultenhof-Scheune ausgewichen. Die Gäste
bringen Decken und Sitzgelegenheiten mit – es stehen auch Bierzeltgarnituren
bereit. Getränke gibt es auf dem Hof - Guinnes und Kilkenny – aus gegebenem
Anlass. Köstlichkeiten für das Picknick bringt jeder selbst mit.