von Ute Schwermann-Temmen
Kinder und
Künstler haben den Schultenhof in ein Künstlerdorf verwandelt und dort ihrer
Kreativität freien Lauf gelassen. Am 23. August ist im Speicher eine Vernissage
dazu, zu der die kleinen und die großen Künstler und alle die, die sich für das
Projekt und die Ergebnisse interessieren, eingeladen sind.
Die
Werke des Projekts Künstlerdorf sind in einer Vernissage am 23. August im
Speicher zu sehen.
METTINGEN. Der
Schultenhof, über Jahrhunderte ein Ort an dem gearbeitet wurde, erlebte vor
Kurzem eine werktätige Renaissance.
Abseits vom
allgegenwärtigen Konsum und Kommerz hatte sich der Förderverein Mettinger
Schultenhof e.V. auf die Fahnen geschrieben, den Schultenhof in ein buntes
Künstlerdorf zu verwandeln. Kinder und Künstler waren dazu eingeladen, zusammen
frei, kreativ und produktiv die dafür geradezu prädestinierten Räume zu füllen.
Das teilt der Förderverein in einer Pressemitteilung mit.
Vom Auftakt, zu
dem Renate Pfennig zu Collagen und Ulrike Scherer zu Kunst mit Ton eingeladen
hatten, wurde an dieser Stelle schon berichtet.
Ende Juni lebte
die Scheune erneut auf und atmete den Staub der kleinen Steinmetze scheinbar
beglückt ein, die zusammen mit dem Kattenvenner Künstler Mandir Tix ihre
Y-Tong-Steine bearbeiteten und sie zu neuem Leben als Kunstwerk erweckten.
Andreas Gorke
aus Brochterbeck lockte mit seiner Druckerpresse und dem besonderen Werkstoff
Metall zauberhafte Bilder aus seiner konzentrierten Truppe.
Im Speicher
gestaltete der Maler Josef Lange-Grumfeld zusammen mit einer sehr kreativen
Mal-Gruppe ein Puzzle, bei dem etwas ganz Unerwartetes herauskam. Auf der Empore
des Speichers hatte sich der Mettinger Jörg Lehmkühler der Kunst der Fotografie
gewidmet und seine Teilnehmer bei einer Exkursion im Ort zu dem Blick auf das
Besondere im Alltag inspiriert.
Die
wunderschönen Ergebnisse zeigen, wie sehr die Inspiration durch den Raum und die
professionelle künstlerische Leitung gefruchtet hat. Auch die glücklichen Kinder
bescheinigten am Ende der Veranstaltung dem Förderverein den Erfolg des
Projektes.
Der Schultenhof
und besonders die Scheune verdienen es, so oft wie möglich auf eine solche Weise
kreativ, werktätig und durch Kinder belebt zu werden, findet der Förderverein.
Es gab viele Anfragen für eine Wiederholung im nächsten Jahr.
Am 23. August
um 15 Uhr ist im Speicher eine Vernissage für die erstellten Kunstwerke, zu der
die kleinen und die großen Künstler und alle die, die sich für das Projekt und
die Ergebnisse interessieren, eingeladen sind.
Im Anschluss können die Künstler ihre Kunstwerke mit nach Hause nehmen oder sie an Interessenten verkaufen.
20
Mädchen und Jungen haben sich am Pfingstwochenende kreativ betätigt und am
Künstlerdorf auf dem Schultenhof teilgenommen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit
können schon bald begutachtet werden.

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Foto:
Marie-Theres Böhmann
Mit viel
Kreativität gingen die Kinder beim Künstlerdorf auf dem Schultenhof zu Werke.
Dabei entstanden viele Kunstwerke, wie diese mit Kaffeekapseln verzierte Lampe.
METTINGEN.
Durch das Glasdach des Mettinger Schultenhofs fallen die ersten
Sommersonnenstrahlen. Die Türen des Gebäudes sind weit geöffnet und geben einen
Blick auf das Kinder-Künstlerdorf frei. 20 Mädchen und Jungen im Grundschulalter
stehen am Samstag an drei Tischen und arbeiten konzentriert an ihren
Kunstobjekten.
Das Erste,
was auffällt, ist die Ruhe. „Unglaublich, wie konzentriert und vor allem wie
ruhig die Kinder an der Arbeit sind“, sagt Ute Schwermann-Temmen, die
stellvertretende Vorsitzende vom Förderverein Mettinger Schultenhof. Die Idee
hinter dem Künstlerdorf ist eigentlich ganz einfach. „Wir möchten den
Schultenhof mit Leben füllen und den Kindern die Möglichkeit geben, Kunst nicht
nur zu konsumieren, sondern auch aktiv zu leben.“
Und dieses
aktive Erleben ist am Samstagmorgen im Schultenhof ganz einfach. Ulrike Scherer
steht an einem langen Tisch mit zehn Kindern, die fleißig einen Kopf aus Ton
konstruieren. „Mein Gesicht wird Bart Simpson“, erzählt ein Grundschüler
aufgeregt und formt die Nase. An einem anderen Tisch nutzen die Kinder
unterschiedliche Materialien, die Renate Pfennig mitgebracht hat, und erstellen
Collagen. Dabei werden die einfachsten Dinge, wie Ikea-Bleistifte auf einen
Holzquader geklebt, oder Kaffeekapseln auf einer Lampe befestigt.
Aus
Glasröhrchen, Sand und Stoffwimpeln werden am dritten Tisch Collagen auf
Leinenwänden erstellt. „Durch dieses Künstlerdorf möchten wir das Programm des
Fördervereins familienfreundlicher gestalten und Kindern einen freien und
kreativen Arbeitsraum schaffen“, erklärt Schwermann-Temmen. Gegen zwölf Uhr
müssen die kleinen Künstler dann eine Pause einlegen und breiten sich auf der
Rasenfläche hinter dem Schultenhof aus.
Mit der
Unterstützung einiger Eltern wurde dort eine „Chill-Out-Area“ unter den Eichen
aufgebaut und ein Kaffee-und Kekse-Buffet für die Kinder errichtet. Am Samstag,
28. Juni, werden noch einmal 40 Mini-Künstler das Künstlerdorf besuchen. Und
Ende August werden alle Töpferarbeiten, Collagen und Fotografien im Schultenhof
ausgestellt.