von Dietlind Ellerich (IVZ vom 18.09.2012)
Rund eineinhalb tausend Besucher, so die vorsichtige Schätzung der Veranstalter, drängelten sich am Samstagabend durch den Ortskern, um „Mettingen by night“ zu erleben.18 Licht-Stationen säumten den Weg zwischen dem Schultenhof und dem Mühlenteich.
Mettingen. „Bin ich jetzt orange, bin ich jetzt blau, grün oder pink?“ – Der kleine Bursche war begeistert. Er stand vor den Birken-Leuchten auf dem Schultenhof, die ständig die Farbe wechselten, und fragte sich, in welchem Licht er wohl am besten rüber käme.
Er war einer von rund eineinhalbtausend Besuchern, so die vorsichtige Schätzung der Veranstalter, die sich am Samstagabend durch den Ortskern drängelten, um „Mettingen by night“ zu erleben.
18 Licht-Stationen säumten den Weg zwischen dem
Schultenhof und dem Mühlenteich und wiesen den Schaulustigen, die bestens
gelaunt und in angeregte Gespräche vertieft auf Tour gingen, die Richtung. Der
Förderverein Mettinger Schultenhof hatte sich eine Menge einfallen lassen und
mit Unterstützung von Fachleuten und Sponsoren Lichtobjekte installiert, die
unterschiedlicher und wirkungsvoller nicht sein konnten.
So hatte der junge Mann, der mit den Birken-Leuchten die Farben wechselte, tolle
Aussicht auf die „Hinkenden Teufel von La Vega“ hoch oben zwischen den Bäumen.
Fraglich, ob er die Aussicht genießen konnte, denn die Teufel kamen ziemlich
gruselig daher, und der Begriff Zahnkorrektur erschloss sich völlig neu. Weiter
ging es zum Alten Rathausplatz, wo eine Partie Speedminton mit fluoreszierenden
Federbällen und der mit Mondsteinen beleuchtete Brunnen die Besucher in den Bann
zogen. Die sich anschließende Lampion-Allee gab den Blick frei auf das alte
Mühlrad und auf das Entenkarussell, das besonders von den Kleinsten mit Beschlag
belegt wurde.
Wer den Schwenker um das Haus Telsemeyer vorzog, traf auf Kaufmann, Bergmann und
Bäuerin – Mettinger Geschichte einmal völlig neu beleuchtet – und freute sich an
den schönen Fenstern der St.-Agatha-Kirche. Nach einem Zwischenstopp an der
Theatercollage „Equus“ drängelte sich die Menge entlang der Aa durch die Türen
des Lichts und gelangte am Mühlenteich zu den „Schwebenden Stühlen im Schilf“.
„D(ei)ach-Schafe“ reihten sich auf dem Dach der Kinderarztpraxis aneinander, eine Ecke weiter gab’s „Weisheiten am laufenden Band“, eine echte Herausforderung für so manchen Leseanfänger. Der Wetterfrosch verharrte regungslos, das Wetter hatte er jedenfalls gut im Griff, während die Spaziergänger vor der sich durch Projektionen ständig verändernden Fassade des Hauses Sültemeyer nicht stillstanden.
Mettinger Ansichten von anno dazumal warfen Mitglieder des Fotoclubs unter die Fenster der evangelischen Kirche und weckten bei den älteren Besuchern Erinnerungen.
Einzelhändler und Gemeindeverwaltung spielten am Samstag mit und schalteten die normale Beleuchtung aus, der Autoverkehr blieb bis auf wenige Ausreißer außen vor, sodass einem ungetrübten Schwelgen in Licht und Farben nichts im Wege stand. Eine wunderschöne Lichtertour mit zauberhaften Ideen, toller Umsetzung, ein kleines Feuerwerk, Feuerjonglage von und mit „Schnecke“ alias Klaus-Peter Runge und Folkmusik auf dem Schultenhof sowie Speisen und Getränke – es fehlte an nichts in dieser Nacht, die sicherlich als besonderes Highlight in die Veranstaltungsgeschichte des Fördervereins Mettinger Schultenhof eingehen wird.
Und nicht nur die Besucher waren begeistert, auch die Organisatoren waren überwältigt von der guten Resonanz auf das „Mettinger Herbstleuchten“.