Sabine Swoboda
und Jupp Ernst
ELDORADO
Wie zwei
völlig unterschiedliche Welten, wie Indien und das Münsterland zusammenhängen,
das macht die neue Ausstellung „Eldorado“ von zwei Künstlern aus der Region
deutlich.

Foto: Dietlind Ellerich
Mithilfe einer fallenden Kordel macht Jupp Ernst (r.) deutlich, dass man sich
nicht nur auf das genaue Maß verlassen dürfe. Seine Kollegin Sabine Swoboda
sowie Bernhard Kötter vom Förderverein Mettinger Schultenhof verfolgen die
Ausführungen.
METTINGEN.
Andere Menschen, andere Sehnsüchte und andere Sehnsuchtsorte. Wie zwei völlig
unterschiedliche Welten, wie Indien und das Münsterland zusammenhängen, das
macht die neue Ausstellung „Eldorado“ von zwei Künstlern aus der Region
deutlich. Auf Einladung des Fördervereins Mettinger Schultenhof zeigen Sabine
Swoboda aus Ochtrup und Jupp Ernst aus Steinfurt ihre Arbeiten im Kunstspeicher.
Während der
Vernissage am Freitag erläuterten die beiden Mitglieder des Welbergener Kreises
anhand ihrer Werke, was sie auf der Suche nach ihrem Eldorado entdeckt haben.
Indien sei das Gebiet, das für ihre eigenen Belange optimal sei, erläutert
Swoboda, während Ernsts Interesse sich auf die Region fokussiert. Beiden
gemeinsam ist die Leidenschaft für Industriebrachen. Einige haben die beiden
Münsterländer auf Fotoexkursionen gemeinsam erkundet.
„Es geht nicht
mehr um das reine Foto“, beschreiben die Künstler, wie sie mit ihren
Fotocollagen und Fotomontagen zu völlig neuen Bildaussagen kommen. Sie bearbeite
die mit Gebrauchsspuren gezeichneten Originale aus Leinen langsam weiter, gebe
der zufälligen Sache durch den Einsatz von Ölkreide, Tüllstoffen und anderen
Materialien ein besonderes Gewicht, beschreibt Sabine Swoboda ihren Ansatz, mit
dem sie aus Abfallprodukten einer indischen Textilfabrik Werke geschaffen hat.
„Tuchfühlungen“
nennt Swoboda einige ihrer Arbeiten, die im Kunstspeicher hängen, aber auch auf
Tuchfühlung zu den Arbeiten ihres Kollegen gehen. Im Erdgeschoss ist eine
mehrteilige Installation zu sehen, in der die Tuchfühlungen auf eine Nägelwand,
Sturmschäden oder Lichtschalter von Jupp Ernst treffen. Ausstellung ist bis 21.
September je samstags und sonntags, 15 bis 18 Uhr, im Kunstspeicher auf dem
Schultenhof zu sehen.