Wenn die Kuh den Schwan tanzt

Spaß mit den „Berliner Stadtmusikanten“

Sonntag, 31. Mrz. 2019 - 17:38 Uhr
von Dietlind Ellerich IVZ

Erst einmal nicht unter die Räuber gerieten die Stadtmusikanten am Sonntag, sondern ins Altenheim. Und nicht Bremen war Herkunft respektive Ziel eines tierischen Quartetts, sondern Berlin. Gemein war beiden Truppen, dass sie weder in der Hansestadt noch in der Bundeshauptstadt ankamen und am Ende Oberwasser hatten.

METTINGEN. Dank der Erinnerung an das Bremer Original und dank guter „Fremdsprachenkenntnisse“ kamen Kuh, Wolf, Katz und Spatz dem räuberischen Heimpersonal auf die Spur und schlugen es in die Flucht.

Das Theater Zitadelle aus Berlin bestritt den kulturellen Teil des Kulturfrühstücks, zu dem der Förderverein Mettinger Schultenhof im Schultenhof mehr als 100 Besucher begrüßte. Die ließen es sich gut gehen, zunächst beim Frühstück am Büfett, das viele fleißige Helfer vorbereitet hatten, danach bei den „Berliner Stadtmusikanten“. In der Inszenierung erweckten die Figurenspieler Daniel und Regina Wagner die Tiere in all ihren Facetten zum Leben, traten aber auch als Pfleger Eugen und Schwester Gisela vor das Publikum.

 

Wer am Sonntag köstlich genießen und sich zugleich köstlich amüsieren wollte, kam beim Kulturfrühstück auf seine Kosten. Regina und Daniel Wagner gelang es in der kurzweiligen Komödie mühelos, ihr Publikum bei Laune zu halten. Es war aber auch zu komisch, wie sich die so ungleichen Charaktere zusammenrauften, um der Heimroutine mit IF (Individuelle Freizeitgestaltung), Seniorengymnastik und „Licht aus um 20 Uhr“ den Rücken zu kehren und sich gemeinsam auf den Weg nach Berlin zu machen. Da geht es zur Sache, bevor es losgehen kann, und zwar nicht nur verbal, sondern auch mit Hufen und Pfoten.

Reisen kostet Geld, und da Bares und Schmuck des Quartetts nicht aufzufinden sind, besinnen sie sich auf das, was sie gut können. Da tanzt die Kuh den Schwan, die Katze erzählte traurige Geschichten mit Happy End und der Spatz singt Playback. Auf der mal lustigen, mal beschwerlichen Reise durch Brandenburg kommen auch persönliche Schicksale und manche Lebenslüge ans Licht. Ihren Humor verlieren die Vier nicht. Nicht einmal als sie bemerken, dass sie im Kreis gelaufen sind und nicht an der Berliner Mauer, sondern am Altenheim gelandet sind. Da ist guter Rat teuer, vor allem als sie Pfleger und Schwester mit ihrem abhandengekommenen Hab und Gut überraschen.

Gut dass sich Kuh, Wolf, Katz und Spatz auf die original Stadtmusikanten aus Bremen besinnen. Wenn alle zusammenhalten und ihr stimmlich Bestes geben, sollte der Coup mit der Schrecksekunde doch noch einmal gelingen, sind sie überzeugt.

Keine Frage, dass Schwester Gisela und Pfleger Eugen angesichts des perfekt inszenierten tierischen Auftritts die Segel streichen und das Weite suchen. Keine Frage auch, dass die etwas anderen Stadtmusikanten bei den Zuschauern bestens ankamen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Theater Zitadelle gastiert am 16. und 17. April in Mettingen 

 

Auf Einladung des Fördervereins Schultenhof Mettingen gastiert das Berliner Theater Zitadelle mit 2 Aufführungen an 2 Tagen in Mettingen auf dem Schultenhof. 

Am Samstag, 16. April um 20 Uhr wird "Sag mal, geht's noch? Die Berliner Stadtmusikanten II" aufgeführt.  

Für Jugendliche und Erwachsene 

Zwei Schafe wollen im Altersheim „Zum Sonnenschein“ grasen! Frau Kuh, Herr Wolf, Frau Katze und Herr Spatz sind gar nicht erfreut darüber. Verwicklungen, ein Jahrhundertraub, neue Freundschaften oder Feindschaften, Liebschaften, und vielleicht doch endlich eine Reise nach Berlin, alles ist möglich in dem neuen Stück. Um es mit Frau Katze zu sagen: „Sag mal, geht’s noch?“ 
Diese verblüffende Fortsetzung des bekannten Märchens verspricht einen kurzweiligen Abend mit skurrilen Tieren und einzigartiger Musik. Die lebensgroßen, perfekt von Regina und Daniel Wagner vom Berliner Theater Zitadelle geführten Puppen entwickeln ein humoriges, jeweils sehr individuelles Eigenleben, das gleichzeitig berührt und zum Lachen reizt. 

Karten sind erhältlich bei Schreibwaren Gerbus, Tel. 05452-973017, und bei der Touristinformation, Tel. 05452-5213, zum Preis von 10 €. 
 

Am Sonntag, 17. April um 14 Uhr wird  "Die Steinsuppe" nach dem Kinderbuch von Anaïs Vaugelade aufgeführt. 

Für Menschen ab 5. 

Es ist Nacht. Ein alter Wolf nähert sich dem Dorf der Tiere. Er klopft bei der Henne an. Sie erschrickt, als sie ihn sieht. Aber er beruhigt sie: "Ich bin alt und habe nur noch einen Zahn. Lass mich herein, ich will mich am Feuer wärmen - und eine gute Steinsuppe kochen!" 
Steinsuppe - davon hat die Henne noch nie etwas gehört. Neugierig öffnet sie die Tür und lässt ihn ein. Nach und nach kommen die Tiere des Dorfes. Sie haben gesehen, dass der Wolf im Haus der Henne verschwand, und machen sich Sorgen um die Nachbarin. 
Sie überwinden ihre Angst vor dem Wolf und der Abend wird gemütlich. Sie sitzen um das Feuer und kochen gemeinsam. Jeder bringt eine gute Zutat, um die geheimnisvolle Steinsuppe noch schmackhafter zu machen - aber sie lassen den Wolf nicht aus den Augen... Was hat er wirklich vor? 

Karten sind erhältlich bei Schreibwaren Gerbus, Tel. 05452-973017, und bei der Touristinformation, Tel. 05452-5213, zum Preis von 2€. Mehr Informationen unter www.schultenhof-mettingen.de 
 

 

 

Das sagt die Presse: 

Und wieder ist es Essig mit der Reise in die Hauptstadt - Kuh, Wolf, Katze und Spatz kommen einfach nicht raus aus dem vermaledeiten Altersheim. Aber keine Angst - die Zuschauer im Oberen Foyer des Markgrafentheaters haben trotzdem ihren Spaß. Denn Regina und Daniel Wagner vom Berliner Theater Zitadelle haben ihre Geschichte um die "Berliner Stadtmusikanten", mit der sie beim Figuren-Festival vor zwei Jahren für wahre Lachsalven im Publikum gesorgt haben, einfach lockerst weitergesponnen und präsentieren mit "Sag mal, geht's noch?" eine kleine Gaunerkomödie, deren Story alleinig als Auslöser für famos verabreichte Typenkomik dient. Die lebensgroßen, perfekt geführten Puppen entwickeln ein humoriges, jeweils sehr individuelles Eigenleben, das gleichzeitig berührt und zum Lachen reizt. 
Außerdem wird in dieser entschleunigten Spielweise konsequent auf Dialog gesetzt - und der trieft nur so vor typenkomischer, trockener Ironie. Selbst die Bösewichter- Neuzugänge Fuchs und Schafe mischen diesbezüglich kräftig mit. 
Wie die Wagners in schnellem Zwiegespräch die Puppen bewegen und dabei stimmlich höchst variabel parlieren, hat absolut Klasse. 
Diese tierische Puppen-Sitcom ist eine Perle.