Der Klassiker "der
kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry konnte am Freitag im Schultenhof
einmal neu erlebt werden.
METTINGEN. So
schön, so traurig, so tiefsinnig und so bekannt ist die Erzählung des
französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry, dass man glauben möchte,
man wisse bereits alles über das Märchen „Der kleine Prinz“ und seinen Appell an
die Freundschaft und die Menschlichkeit. Dennoch versprach Peter Hillenkamp vom
Förderverein Mettinger Schultenhof am Freitag nicht zu viel, als er die Besucher
im Bürgerzentrum dazu einlud, den Klassiker einmal ganz neu zu erleben.
Dem Film- und
Theaterschauspieler August Zirner und dem Kontrabassisten Kai Struwe gelang es
in ihrer musikalischen Lesung, die Botschaft des zeitlosen Werkes poetisch und
zugleich höchst lebendig und vergnüglich auf die Bühne zu bringen. „Ganz
wunderbar“, lobte die sichtlich berührte Vereinsvorsitzende Barbara Brüning die
Künstler nach dem eineinhalbstündigen Gastspiel, das wie im Flug vergangen war.
Am besten habe ihr die Schlange gefallen, erinnerte sie an das Zischeln aus
Zirners Mund und versicherte, sie habe aus Struwes Kontrabass das Wasser
plätschern hören.
Es ist in der Tat ein perfekt aufeinander ein- und abgestimmtes
Duo, das die Besucher zum Auftakt des Mettinger Kulturjahres 2018 mit seinem
zauberhaften Spiel begeistert. Zirner überzeugt in seiner Lesung aus der neuen
Übersetzung des Buches auf ganzer Linie. Mit seiner ausdrucksstarken Mimik und
Stimme erweckt er den schlauen Fuchs, die eitle Rose, den gestressten
Straßenlaternenanzünder, den herrischen König, den Piloten respektive den
Erzähler sowie alle anderen Figuren zum Leben, denen „Der kleine Prinz“ auf
seiner Reise über die Planeten begegnet. Begleitet wird Zirners Vortrag von der
lautmalerischen Musik Struwes, in Szene gesetzt von Karl-Heinz Käs, der für die
Visualisierung verantwortlich zeichnet.
Der
Schauspieler erweist sich aber auch als guter Querflötist, der im Duo mit Struwe
die Lesung mit musikalischen Intermezzi begleitet. Es ist köstlich zu sehen und
vor allem zu hören, wenn der Flötist Zirner den Bassisten Struwe mit Klängen und
Schritten umschmeichelt respektive der Prinz den Fuchs zähmt.
So schön, so
traurig, so tiefsinnig und so bekannt die Erzählung mit ihren Werten und
Lebensweisheiten auch sein mag, selten hat man die bekannten Passagen, die in
aller Munde sind und unzählige Familienanzeigen einleiten, so intensiv und
eindrucksvoll und so stimmig arrangiert erleben dürfen. Nicht nur die
Vereinsvorsitzende Brüning war berührt vom dem wunderbaren Abend, auch die
Zuschauer verfolgten die 90 kurzweiligen Minuten gebannt, zum Teil ergriffen.
„Man läuft Gefahr, ein wenig zu weinen, wenn man sich hat zähmen lassen“, trägt
Zirner vor.
„KleinerPrinz“ läutet das Kultur-Jahr 2018 ein
Schauspieler August Zirner im Bürgerzentrum
METTINGEN. Der Förderverein
Mettinger Schultenhof gibt in einer Pressemitteilung das „erste kulturelles
Highlight des Jahres 2018“ an. Im Januar wird „Der kleine Prinz“ gezeigt –
neu interpretiert von August Zirner und Kai Struwe und mit eigens
komponierter Musik.
„Der bekannte Schauspieler
August Zirner rezitiert und spielt den Klassiker des französischen Autors
Antoine de Saint-Exupery“, heißt es in der Mitteilung. Die Bühnenbearbeitung
August Zirners (Rezitation und Querflöte) mit Musik seines Partners Kai
Struwe (Kontrabass) und einer Visualisierung von Karl-Heinz Käs sei „ein
Kleinod für die Theaterbühne“.
Es ist die traumhafte Geschichte
eines Prinzen, der von einem fernen Stern kommend, hier auf der Erde den
Menschen nur scheinbar einfache Fragen stellt, die alle betreffen, und zur
Offenbarung einer ganz eigenen Wahrheit leitet. Dabei wirkt der kleine Prinz
nur dem ersten Anschein nach wie ein Kind. Tatsächlich treffen diese Fragen
die Erwachsenen nämlich ins Mark und die ausweichenden und manchmal
peinlichen Antworten der Realitätsmenschen auf der Erde wirken dagegen wenig
überzeugend. „Der kleine Prinz“ sei ein Plädoyer für Freundschaft und
Menschlichkeit. Träumerisch und melancholisch, poetisch, humorvoll,
unverstellt und ergreifend.
Musikstücke zwischen den
Passagen unterstreichen die Worte, greifen die Stimmung des Textes auf und
verstärken sie, ziehen die Zuschauer in das Märchen hinein. Zirner hat das
Märchen auch schon für ein Hörbuch aufgenommen.
Komponiert hat Zirner die Musik
zum Märchen gemeinsam mit Kai Struwe, Mitglied des Spardosen-Terzetts, mit
dem Zirner schon seit Jahren zusammenarbeitet: „Mit Leidenschaft bringt der
59-Jährige sein Instrument zum Sprechen und Swingen.“
| Termin: Freitag, 26. Januar,
im Bürgerzentrum Mettingen (Neuenkirchener Straße 65). Karten sind
erhältlich bei Schreibwaren Gerbus (Geschwister-Voß-Straße 3) und in der
Tourist-Info (Clemens- straße 2), sowie im Büchwerwurm für 22 Euro im
Vorverkauf und für 25 Euro an der Abendkasse.
Förderverein Mettinger Schultenhof stellt sein Jahresprogramm vor/Figurentheater
und viel Musik
Von Oliver Langemeyer
METTINGEN. Die Begegnung eines Piloten mit dem kleinen Prinzen in der Wüste ist
ein Klassiker der Weltliteratur. Zum Auftakt des kommenden Jahres bringt der
Schauspieler August Zirner die bezaubernde Märchenfigur nach Mettingen.
Am Freitag, 26. Januar, rezitiert Zirner, der durch zahlreiche Kino- und
Fernsehfilme (Wut) bekannt geworden ist, aus dem Meisterwerk über Menschlichkeit
und Freundschaft. Peter Hillenkamp vom Förderverein Mettinger Schultenhof freut
sich sehr, dass das Kulturprogramm sofort mit einem echten Höhepunkt startet.
Zirner rezitiert nicht nur, er spielt auch Querflöte. Kai Struwe begleitet ihn
dabei mit dem Kontrabass, Karl-Heinz Käs sorgt für die Lichteffekte. So soll die
Bühne im Bürgerzentrum zum Kleinod werden.
Insgesamt hat der Förderverein wieder ein beeindruckendes Programm für 2018
zusammengestellt. Es besteht aus bewährten Veranstaltungen, wie dem irischen
Picknick (8. Juni), dem Kinoabend auf dem Schultenhof, aber auch aus neuen
Elementen, wie dem „Udo-Lindenberg-Fan-Abend“ (5. Oktober) mit Eierlikörchen
oder der weihnachtlichen Einstimmung mit der Band „Fricklesome Chrismas“ (16.
November). Zusätzliche Abwechslung kommt durch den Tag der offenen Gärten (10.
Juni) in den Veranstaltungskalender.
Zudem spielt das Figurentheater wieder eine zentrale Rolle. „Ich bin Fan davon“,
gibt Peter Hillenkamp unumwunden zu. Leider meinten viele Menschen noch immer,
die Stücke seien nur für Kinder. Dem ist aber nicht so. Am Sonntag, 4. März, ist
das Hohenloher Figurentheater mit ihrem „Varieté Olymp“ beim Kulturfrühstück zu
Gast. Am 24. Juni kommt dann das Seifenblasen-Figurentheater aus Meerbusch nach
Mettingen. Die traurige Liebeskomödie „Hannes und Paul“ für Jugendliche und
Erwachsene erzählt die Geschichte eines homosexuellen Paares in der Nazizeit.
Das Stück hat der weltbekannte Regisseur Neville Tranter inszeniert. Die
Vorstellung bietet der Förderverein zusammen mit dem Kulturspeicher Dörenthe an.
Die Musikfreunde kommen beim Jahresprogramm der Mettinger Kulturschaffenden
ebenfalls auf ihre Kosten. Am Freitag, 7. September, gastiert die Coverband
„Goldplay“ wieder in der Scheune. Vor zwei Jahren war das Konzert schnell
ausverkauft und ein großer Erfolg. „Deshalb haben wir uns entschlossen, die Band
noch einmal nach Mettingen zu holen“, sagt Hillenkamp.
Fest etabliert hat sich außerdem das Künstlerdorf des Fördervereins auf dem
Schultenhof. Am Wochenende 15./16. September sind kleine und große Künstler
aufgerufen, unter professioneller Anleitung ihre Fähigkeiten zu erproben.
Zum Abschluss des Programms liest die Erfolgsautorin Melanie Raabe aus ihrem
neuen Buch. Der Termin ist am 23. November vorgesehen. „Das kann sich aber noch
verschieben. Je nach dem, wann der Band fertig ist“, erläutert Hillenkamp.
Für die jungen Zuschauer plant der Förderverein bis zu vier Veranstaltungen aus
der Reihe „Kinderkulturkarte“ ein. Darüber hinaus gehören sieben Ausstellungen
zum Programm. Da dürfte für jeden etwas dabei sein.
oliver.langemeyer@ivz-aktuell.de
„Ich bin ein Fan vom Figurentheater.“
Peter Hillenkamp
Sieben Ausstellungen
Das Ausstellungsprogramm des Fördervereins Mettinger Schultenhof umfasst 2018
sieben Ausstellungen im Kunstspeicher: 23. Februar bis 18. März, „Frauen und
Himmel“ von Prof. Karin-Sophie Richer-Reichenbach. 13. April bis 6. Mai
„Braunkohle“ mit der Fotowerkstatt Münster. 11. Mai bis 10. Juni, „Weibsbilder“
von Brigitte Hoffmeister. 15. Juni bis 22. Juli, „Musikerporträts“ von Jochen
Jüttner. Er hat zahlreiche Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Musikern bei ihren
Auftritten gemacht. 1. Juli bis 15. Juli „Let`s get on the ART-train“ mit dem
Welbergener Kreis und holländischen Künstlern. 14. September bis 28. Oktober
„Heartbeat“ von Marion Große Wöstmann. 10. November bis 16. Dezember
„Herbstgäste.