IBBENBÜREN/METTINGEN. Auf symbolisch sehr markante Weise vernetzt sind die hiesigen Kunststandorte Alte Honigfabrik, Kunstspeicher und Kulturspeicher durch die „Funny Red Line“. Praktischer Ausdruck der guten Zusammenarbeit ist seit 2008 das gemeinsame Ausstellungsprojekt „Herbstgäste“. Nach Schwerpunkten der vergangenen Jahre, wie Kunst von Frauen oder Junge Kunst, zeigen die drei Ausstellungen 2019 Werke von Mitgliedern des Verbandes Bildender Künstler Thüringen.
Drei Standorte – drei Vernissagen. Diesem Motto blieb das renommierte Ausstellungs-Triple auch bei der zwölften Auflage treu. Den Anfang machte am Samstag der Kunstspeicher auf dem Gelände des Mettinger Schultenhofes. Zur ersten Vernissage des Tages, waren nicht nur zahlreiche Kunstinteressierte gekommen, sondern auch elf der insgesamt 49 beteiligten Künstlerinnen und Künstler aus Thüringen.
Professor Klaus Nerlich, Vorsitzender des Künstlerverbandes mit rund 350 Mitgliedern, hatte den Weg ins Münsterland ebenfalls nicht gescheut und eröffnete die Ausstellung gemeinsam mit Bernhard Kötter vom Förderverein Schultenhof. „Ich habe noch keine Herbstgäste erlebt, die selbst so engagiert bei der Ausstellungsorganisation waren“, lobte Kötter die Zusammenarbeit mit den Thüringern. Nerlich bedankte sich für die Möglichkeit, zeitgenössische Kunst aus Thüringen im „fernen Westfalen“ präsentieren zu dürfen. „Kunst als verbindendes Element“ fördere den Austausch und sei eine wichtige Grundlage für das Zusammenleben in einem Staat, wie beide betonten.
Nerlich erläuterte den Vernissage-Gästen das Auswahlverfahren für die Ausstellungen: Aus circa 60 Bewerbungen von Verbandsmitgliedern habe die Jenaer Kunsthistorikerin Conny Dietrich als Kopf einer Jury die Künstler ausgewählt und als Kuratorin die Exponate samt
begleitendem Ausstellungskatalog zusammengestellt. „Es war unseren Künstlern wichtig, die Ausstellung nicht auf den Aspekt ‚Bauhaus‘ zu verengen, sondern die gesamte Breite des künstlerischen Schaffens in Thüringen zu dokumentieren.“ Schmuck, Malerei, Plastik, Fotografie, Grafik, Steinbildhauerei – abgesehen von der Film- und Videokunst seien alle nur erdenklichen künstlerischen Ausdrucksformen vertreten.
Bei Vernissage Nummer 2 in der Alten Honigfabrik sprach Dr. Ulrich Manfraß, Vorsitzender des Kunstvereins Ibbenbüren, für die Herbstgäste von einem „ambitionierten Projekt“, das Jahr für Jahr neue Schwerpunkte zu setzen versuche. Mit tatkräftiger Unterstützung der Thüringer Künstler sei das in diesem Jahr besonders vorzüglich gelungen. Wichtig war Manfraß der Hinweis auf ein Novum im diesjährigen Herbstgäste-Programm: So gibt es am Samstag, 23. November, erstmals Führungen durch die Ausstellungen in Mettingen und Ibbenbüren. Im Rahmen des VHS-Programms geht es um 14 Uhr in der Alten Honigfabrik los.
Der Vernissage-Marathon am Samstag fand seinen Abschluss im Dörenther Kulturspeicher. Dort kamen vor allem die mitgereisten Künstler zu Wort und ins Gespräch mit den Ibbenbürener und Mettinger Kunstfreunden.
Die Werke der Herbstgäste sind an den drei Standorten bis zum 15. Dezember ausgestellt. Geöffnet sind alle Ausstellungen samstags und sonntags, jeweils von 14 bis 17 Uhr.


