Sie nennen sich Duo Giocoso. Der Name passte gut zum heiteren Temperament
der jungen Musiker Laura-Kathrin Möhlenkamp (Querflöte) und Leonard
Bökenkamp (Gitarre) sowie zum spielerischen Programm.

Foto: Sunhild Salascheck
Das Duo Giocoso mit Laura-Kathrin Möhlenkamp
(Querflöte) und Leonard Bökenkamp (Gitarre) trat im Mettinger Kunstspeicher
auf. Der Name passte gut zum heiteren Temperament der jungen Musiker sowie
zum spielerischen Programm des Abends.
Mit zwangloser Moderation verstärkten sie die lockere Stimmung: „Wir danken
dafür, dass wir hier spielen dürfen. Es ist der beste Ort, in dem wir je
aufgetreten sind“, verkündeten sie mit Augenzwinkern, das verriet, dass sie
dies überall sagen.
Was aber, wenn sie es tatsächlich meinen? Der Kunstspeicher des Schultenhofs
ist nämlich bekannt wegen seiner guten Akustik und einladenden Atmosphäre.
Bei diesem Konzert war alles besonders stimmig. Mit frischem Spiel und
heiteren Einführungen dazu bereiteten die fortgeschrittenen Musikstudenten
den gut 30 Hörern doppelte Freude.
Es blieb aber nicht allein beim reinen Frohsinn. Mit drei Tangos von Astor
Piazzolla schufen sie dreimal diese unvergleichliche Stimmung zwischen
Sentimentalität und Distanz zu den Emotionen, zwischen Melancholie und
Glücksgefühlen, die in Piazzollas Musik angelegt ist. Neben diesem
bedeutenden Meister des Tangos widmet sich das Duo auch weniger bekannten
Komponisten wie Michael Henkel und Johann Friedrich Franz Burgmüller. Solche
immer wieder zwischen den Tangos gespielten Stücke trugen sehr zum
Abwechslungsreichtum und zur Lebendigkeit des Konzerts bei.
Zunächst interpretierte das Duo aber ein kleines Stück des klassischen
Komponisten Mauro Giuliani. Über wunderschönen Gitarrenakkorden schien die
Flöte sich bei deutlich voneinander abgesetzten Fragen und Antworten munter
mit sich selbst zu unterhalten. Und nicht nur einmal erinnerte ein kleines
Motiv an die lebenslustige Melodie des Vogelfängers aus der „Zauberflöte“
von Wolfgang Amadeus Mozart. Ähnlich heiter und fast stürmisch wirkte
Jacques Iberts quirliger „Entr’act“, der der Fantasie freien Lauf lässt.
Ähnlich launisch ließ Möhlenkamp die Flötentöne beim 1. Satz der Sonate
D-Dur von Michael Henkel perlen. Dieser fast vergessene Komponist war
eingebettet in eine der beiden „Nocturnes“ von Burgmüller und in einen
„Tango“ von Piazzolla.
Während die Zuhörer sich bei Burgmüller dem verträumten Miteinander von
Querflöte (ursprünglich Cello) und Gitarre hingaben, konnte der Gitarrist
beim folgenden Tango von Piazzolla mit einer Soloeinleitung und einem leicht
sentimentalen Zwischenspiel brillieren. Nicht minder beeindruckend war das
von George Bizet inspirierte „Pièce en forme de Habanéra“, das von
spanisch-kubanischer Stimmung getragen ist. Den Konzertabschluss des Duos
Giocoso bildete ein begeistert aufgenommener Tango Piazzollas.