Ausstellung von Jan Reudink vom 19.03. bis 25.04.2010 im
Kunstspeicher
Bericht in der IVZ vom 22.03.2010 (Dietlind Ellerich)
"Malen ermattet und schmerzt" Ausstellung von Jan Reudink im Kunstspeicher
eröffnet
Er sei in der Schule nicht so gut, nur im Malen und Zeichnen Klassenbester
gewesen, erklärt Jan Reudink
während der Eröffnung seiner Ausstellung "Impressionen" im Kunstspeicher. Er
habe immer gemalt, denn "Malen ist eine Leidenschaft",
fährt der 70-Jährige fort. Morgens um 5 oder 6 Uhr fange er bereits an, seiner
Leidenschaft, die er zum Beruf machen konnte, zu frönen,
und zwar "sieben Tage in der Woche". "Ich male mir den Knoten aus der Seele",
betont der gebürtige Holländer, der mittlerweile fast rund ums
Jahr in seiner Wahlheimat Österreich zu Hause ist.
Auf Einladung des Fördervereins Mettinger Schultenhof stellt Reudink 49
seiner Bilder im Kunstspeicher aus. Er sei sofort begeistert gewesen
von der großen Ruhe in Mettingen, erinnert sich an den Augenblick, als er das
Tüöttendorf kennenlernte. Die Räume, in denen bis zum
25. April seine Bilder hängen, seien ideal für die Ausstellung, stellt er fest
und lobt besonders die guten Lichtverhältnisse und die perfekte Organsation
des Vereins. Reudinks Lieblingsfarbe ist Rot, für ihn die Farbe der
Leidenschaft, der Liebe, der Erotik. "Mit Rot, aber auch mit Gelb kann ich mehr
erzählen als mit Blau und Grün" - so einfach ist das für den Maler, der immer
wieder deutlich macht, wie glücklich er ist, dass er von seiner Kunst
leben kann.
Vor 13 Jahren, nach einem schweren Unfall, hat er sein liebstes Hobby zum
Beruf gemacht. Er sei immer schneller immer besser geworden, hatte
schon viele Ausstellungen in den Niederlanden, in Lettland, Österreich und
Deutschland. "Nicht so viel nachdenken beim Malen", lautet Reudinks Devise.
"Ich male, was mich berührt, und damit stelle ich mich bloß", weist er auf
die autobiografischen Züge seiner Werke hin. Mit seiner Arbeit könne
er Frustrationen loswerden und sich dem Wohlgefühl hingeben, "Das Malen ermattet
und schmerzt", zieht er den Vergleich zu einem Sportler
der sein Äußerstes gegeben hat. Seine Bilder spiegeln Impressionen seiner Reisen
in der Welt, aber auch in sein Inneres wieder. Die Kunst mache seine
seelischen Empfindungen sichtbar, und deshalb "sind meine Bilder ab und zu
lustig, ab und zu traurig, wie das Leben eben".
Malblockaden kennt Reudink nicht. "Ich habe Angst vor der großen weißen
Leinwand, und es dauert keine fünf Minuten, dann weiß ich, wo ich hin will",
hat er beobachtet.
Hier eine kleine Auswahl seiner Bilder: