Mettingen. Ohne viel elektronischen Schnickschnack lassen die Musiker
der Band „Chicken Rag“ eine gelungene Mischung aus Blues, Ragtime,
Westernswing und Rockabilly lebendig werden. Beim Mettinger
„Scheunenfest“ auf dem Schultenhof waren am Freitagabend nicht allzu
viele Besucher anwesend, aber die amüsierten sich prächtig bei dem
Konzert der Band aus dem westfälischen Coesfeld. „Rag-O-Billy Music“
haben die Männer ihre Erfindung getauft, zusammengefügt aus Ragtime,
Oldtime und Rockabilly, wie die Zuhörer zu Beginn erfuhren. Da passen
eine Menge Rhythmus und Drive dazwischen, wie sich im Laufe des Abends
herausstellte. Alles echt handgemacht natürlich.
Jochen Leifeld stellte seine Musikerkollegen Günther Leifeld-Strikkeling,
Teddy Conetti und Reinhard Potschinski vor, dann ging es sofort rockig los.
Randy Newmans „Mama told me not to come“ nimmt Bezug auf die Musikszene im
Los Angeles der 1960er-Jahre. Eine ganz so verrückte Party, wie in dem Song
beschrieben („the craziest party that could ever be“), wurde es in Mettingen
in diesem Jahr nicht, aber die Band gab sich alle Mühe, das Publikum zum
Zehenwippen und Händeklatschen zu bewegen.
Carina Lachermund und Michael Lötzke legten als Erste einen Rock ´n Roll auf
die Tanzfläche. Das abwechslungsreiche Programm animierte später weitere
Gäste zum Tanzen. Ab und zu eine Anspielung auf die
Fußball-Weltmeisterschaft, ein paar Erklärungen zu den Titeln, das Pfeifen
einer Dampflok, erzeugt von Günther Leifeld-Strikkeling auf der Lapsteel-Gitarre,
waren weitere Zutaten für einen unterhaltsamen Sommerabend.
Als die ersten Gäste kamen, hatten Mitglieder des Fördervereins Mettinger
Schultenhof schon die Getränke waren kaltgestellt und Schmalzstullen
geschmiert. Gute Laune verbreiteten Songs von Stars der Szene wie das
mitreißende „Jambalaja“ von Hank Williams oder „Bubbles in my beer“ der
Singer-Songwriterin Cindy Walker. Zwischen den einzelnen Titeln hatten die
Musiker immer mal Gelegenheit, ihr Können bei solistischen Einlagen zu
zeigen.
In den Pausen beantworteten sie Fragen zu den Instrumenten, die den typisch
amerikanischen Sound erzeugten. Dobro, Banjo und Steel Guitar sind aus der
Country-Music nicht wegzudenken und auch „Chicken Rag“ verzichtete nicht
darauf. Gesang und spürbare Spielfreude des Quartetts kamen beim Publikum
gut an, sodass der Abend erst nach mehreren Zugaben zu Ende ging.