IVZ vom 08.06.2009 (von Brigitte Striehn)
„Yellow Moon“ bringt Südstaaten-Zauber in Mettinger Schultenhof-Scheune
Die Band „Yellow Moon“ bezauberte die Mettinger mit einer gelungenen Mischung von Musikrichtungen im Südstaaten-Sound.
Mettingen. Eine Scheune ist im ländlich geprägten Münsterland nichts Auffallendes. Auf dem Schultenhof in Mettingen stehen darin allerdings keine landwirtschaftlichen Geräte oder Strohballen herum, sondern sie ist Teil des kulturellen Lebens im Tüöttendorf. Am Freitagabend bildete das Gebäude die passende „Location“ für ein Konzert der Band „Yellow Moon“ aus Hamburg. Zwar waren die Musiker aus der Hansestadt in der Überzahl, Claus Diercks vergaß bei der Vorstellung der Bandmitglieder jedoch nicht, auf die gebürtigen Mettinger Kai Dorenkamp und Rainer Grünebaum hinzuweisen.

Die siebenköpfige Band zauberte mit einer Mischung aus Blues, Country und Cajun-Klängen
ein wenig Südstaaten-Atmosphäre in die kühle Nacht. Über 100 Zuhörer ließen sich
das Ereignis nicht entgehen. Claus „Dixi“ Diercks (Gesang, Gitarre, Bluesharp),
Helmut Busch (Gitarre, Gesang), Kai Dorenkamp (Akkordeon, Klavier, Gesang),
Barbara Grischek (Gesang, Percussion), Günter Glatz (Mandoline, Banjo, Ukulele),
Sören Böhme (Bass, Gesang) und Kai Grünebaum (Cajón, Percussion, Gesang) waren
genau die richtige Besetzung, um der Musik und dem Lebensgefühl der Einwohner
von New Orleans oder Louisiana Ausdruck zu verleihen.
Die Stimmen der Sänger harmonierten perfekt mit dem
vielfältigen Instrumentarium. Blues, Jazz, Soul, Cajun, Country und Folk -
nichts schien unvereinbar. Die Mischung aus verschiedenen Musikstilen erzeugte
einen unverwechselbaren Sound, der die Zuschauer zu Begeisterungsrufen hinriss.
Barbara Grischek mit ihrer charismatischen Stimme hatte keine Mühe mit den
verschiedenen Stilrichtungen und Günter Glatz, wie immer im Hawaii-Hemd, zupfte
Mandoline, Ukulele und Banjo, als würde er nie etwas anderes tun.
Wer schon immer von New Orleans geträumt hat, war bei dem Konzert in Mettingen
genau richtig. Da die Musik eine gewisse Lautstärke braucht, konnte sich das
Publikum auch noch unterhalten, ohne dass ein Nachbar „pssst“ zischte. Daraus
entstand eine entspannte Atmosphäre mit netten Gesprächen von Tisch zu Tisch.
Eine „Yellow Moon“-CD gab es auch zu gewinnen. Die Frage, was ein
„Thermometerhuhn“ sein könnte, bewegte allerdings nur wenige Zuhörer. Immerhin
gab es eine richtige Antwort, sonst wäre Claus Diercks doch sehr enttäuscht
gewesen.
Im Programm wechselten sich ruhige Balladen, wie „Across
the Border“ von Bruce Springsteen oder „Feels Like Rain“ von John Hiatt mit
Country-Songs und Blues-Titeln ab. Solistisch trugen alle Musiker und Sänger zu
einem rundum gelungenen Hörerlebnis bei, das Raum für viele Facetten ließ.
Jedenfalls amüsierten sich alle prächtig bei Rainer Grünebaums Version des
Prince-Titels „Kiss“ - fast besser als das Original.
Kai Dorenkamp spielte das Akkordeon fantasievoll, fern jeder
Volksmusik-Seligkeit, und Grünebaum trommelte den Rhythmus auf dem Cajón, einer
simplen Holzkiste nicht unähnlich, in unnachahmlicher Weise - immer präsent,
ohne sich vorzudrängen. An der Bassgitarre hielt sich Sören Böhme eher im
Hintergrund, während sich in der ersten Reihe die Bass-Stimme von Helmut Busch
mit der Mundharmonika von „Dixi“ Diercks ein musikalisches Duell lieferte. Die
gute Laune übertrug sich von der Bühne auf das Publikum, das nicht genug
bekommen konnte, begeistert mehrere Zugaben forderte - und bekam.