Explosion der Farben in Mettingen


IVZ vom 19.05.2009

Von Dietlind Ellerich

Mettingen. Zwei Künstlerinnen, die ihre Werke schon mehrfach in Gemeinschaftsausstellungen gezeigt haben, unter anderem bei der Fédération Internationale Culturelle Féminine im vergangenen Jahr im Kulturspeicher Dörenthe, in der Honigfabrik in Ibbenbüren und im Mettinger Kunstspeicher, waren wieder zu Gast im Tüöttendorf. Die Münchnerin Barbara Kirchner stellt ihre Gemälde, Erika Sellmann-Büsching Tapisserien auf Einladung des Fördervereins Mettinger Schultenhof aus. Bis zum Sonntag, 14. Juni, sind die Werke der beiden in Farben schwelgenden Frauen im Kunstspeicher zu sehen.


„Farben, Harmonien, Intentionen“, die eine Gemeinschaftsausstellung ermöglichten, zeichneten die Künstlerinnen aus, betonte Bernhard Kötter, der in die Ausstellung einführte. Er skizzierte die künstlerische Entwicklung von Kirchner und Sellmann-Büsching und zeigte sich fasziniert von der Entstehung der gewebten Wandteppiche Sellmann-Büschings. Ungeheuer sei, was an Farben zum Ausdruck komme. Die Künstlerin arbeite ganz ohne zeichnerisches Vorbild, sehe ihr Bild als Ganzes erst dann, wenn es fertig sei.


Barbara Kirchner hatte gegenständliche Bilder und wahre Farbexplosionen mit nach Mettingen gebracht. Bei letzteren Werken trete der Gegenstand in den Hintergrund, werde aufgelöst und durch Farbe ersetzt, erklärte Kötter. Er hoffe, die Ausstellung mit ihrer Gegensätzlichkeit sage den Besuchern zu.„Ich wüsste gar nicht, wofür ich mich entscheiden sollte“, schwärmte eine Besuchern der Vernissage, die Kirchners Gemälde eingehend studierte. „Indian Summer“ hatte es ihr angetan, ein Werk in strahlenden Orangetönen, das auch eines der Lieblingswerke der Künstlerin selbst ist. „Indian Summer“ habe sie es genannt, obwohl sie die Inspiration dafür nicht aus Amerika, sondern aus Indien mitgebracht habe.

Hinter ihren Bildern stecke immer eine Geschichte, betont Kirchner. Sie habe auch viel im Zirkus gezeichnet, sagt sie und zeigt auf Clowns und Feuerschlucker, die sie schon als kleines Mädchen fasziniert haben.

„Wenn Sie kleine Kinder im Haus haben, ist es einfacher zu weben als zu malen“, erklärt Erika Sellmann-Büsching, wie sie neben der Malerei zu ihrer zweiten Leidenschaft, der Gestaltung von Wandteppichen, kam. Zur Vernissage war Sellmann-Büsching direkt aus Bukarest nach Mettingen eingeflogen. Sie liebe das angenehme Material und müsse sich nicht so konzentrieren wie beim Malen, stellt sie nüchtern fest. Einige zum Teil großformatige Tapisserien der Künstlerin sind bis Mitte Juni im Erdgeschoss des Kunstspeichers zu bewundern.

Kirchners Gemälde und Sellmann-Büschings Tapisserien können samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr im Kunstspeicher auf dem Schultenhof besichtigt werden.