Explosion der Farben in Mettingen
Mettingen. Zwei Künstlerinnen, die ihre Werke schon mehrfach in Gemeinschaftsausstellungen gezeigt haben, unter anderem bei der Fédération Internationale Culturelle Féminine im vergangenen Jahr im Kulturspeicher Dörenthe, in der Honigfabrik in Ibbenbüren und im Mettinger Kunstspeicher, waren wieder zu Gast im Tüöttendorf. Die Münchnerin Barbara Kirchner stellt ihre Gemälde, Erika Sellmann-Büsching Tapisserien auf Einladung des Fördervereins Mettinger Schultenhof aus. Bis zum Sonntag, 14. Juni, sind die Werke der beiden in Farben schwelgenden Frauen im Kunstspeicher zu sehen.
„Farben, Harmonien, Intentionen“, die eine Gemeinschaftsausstellung
ermöglichten, zeichneten die Künstlerinnen aus, betonte Bernhard
Kötter, der in die Ausstellung einführte. Er skizzierte die
künstlerische Entwicklung von Kirchner und Sellmann-Büsching und
zeigte sich fasziniert von der Entstehung der gewebten Wandteppiche
Sellmann-Büschings. Ungeheuer sei, was an Farben zum Ausdruck komme.
Die Künstlerin arbeite ganz ohne zeichnerisches Vorbild, sehe ihr
Bild als Ganzes erst dann, wenn es fertig sei.
Barbara Kirchner hatte gegenständliche Bilder und wahre
Farbexplosionen mit nach Mettingen gebracht. Bei letzteren Werken
trete der Gegenstand in den Hintergrund, werde aufgelöst und durch
Farbe ersetzt, erklärte Kötter. Er hoffe, die Ausstellung mit ihrer
Gegensätzlichkeit sage den Besuchern zu.„Ich
wüsste gar nicht, wofür ich mich entscheiden sollte“, schwärmte eine
Besuchern der Vernissage, die Kirchners Gemälde eingehend studierte.
„Indian Summer“ hatte es ihr angetan, ein Werk in strahlenden
Orangetönen, das auch eines der Lieblingswerke der Künstlerin selbst
ist. „Indian Summer“ habe sie es genannt, obwohl sie die Inspiration
dafür nicht aus Amerika, sondern aus Indien mitgebracht habe.
Hinter ihren Bildern stecke immer eine Geschichte, betont Kirchner.
Sie habe auch viel im Zirkus gezeichnet, sagt sie und zeigt auf
Clowns und Feuerschlucker, die sie schon als kleines Mädchen
fasziniert haben.
„Wenn Sie kleine Kinder im Haus haben, ist es einfacher zu weben als
zu malen“, erklärt Erika Sellmann-Büsching, wie sie neben der
Malerei zu ihrer zweiten Leidenschaft, der Gestaltung von
Wandteppichen, kam. Zur Vernissage war Sellmann-Büsching direkt aus
Bukarest nach Mettingen eingeflogen. Sie liebe das angenehme
Material und müsse sich nicht so konzentrieren wie beim Malen,
stellt sie nüchtern fest. Einige zum Teil großformatige Tapisserien
der Künstlerin sind bis Mitte Juni im Erdgeschoss des Kunstspeichers
zu bewundern.
Kirchners Gemälde und Sellmann-Büschings Tapisserien können
samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr im Kunstspeicher auf dem
Schultenhof besichtigt werden.